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BEHANDLUNG

Wie werden Essstörungen behandelt?

Bei der Behandlung arbeiten Fachleute aus den Bereichen Medizin, Ernährungstherapie
sowie Psychotherapie zusammen. Dabei berücksichtigen
sie die unterschiedlichen, oft sehr individuellen Ursachen für die
Essstörung.
In der Regel legt ein therapeutisches Team gemeinsam Ziele und Behandlungsmöglichkeiten
fest.
Die Behandlung umfasst fünf wesentliche Punkte:

• Gewichtszunahme und die Behandlung körperlicher Komplikationen,
• Ernährungsberatung und Therapie,
• Individuelle Psychotherapie,
• Elternberatung und /oder Familientherapie,
• Behandlung von Störungen, die zusätzlich im Verlauf der Essstörung
aufgetreten sind.

Wie lange dauert die Behandlung einer Essstörung?

Ein Klinikaufenthalt kann zwischen drei Wochen und sechs Monaten
dauern.
Die Dauer einer ambulanten Therapie legen die Therapeutin bzw. der
Therapeut und die Patientin bzw. der Patient gemeinsam fest. Die Krankenkassen
genehmigen in der Regel 25 Sitzungen. Der oder die Betroffene
kann jedoch auch eine Verlängerung oder eine von vornherein höhere
Stundenzahl beantragen. Bei einer Psychoanalyse zum Beispiel
sind womöglich mehr Stunden nötig. Bei einer Behandlung von Kindern
oder Jugendlichen durch eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin oder
einen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten gelten andere Rahmenbedingungen.
Informieren Sie sich vorab bei dem Therapeuten bzw.
der Therapeutin oder bei einer Beratungsstelle über die Möglichkeiten.

Ist eine Ernährungsberatung als Behandlungsmethode geeignet?

Eine Ernährungsberatung alleine kann eine Essstörung nicht beseitigen.
Sie wird aber als begleitende Methode neben der medizinischen und
psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt. Die Ernährungsfachkräfte
sollten eine Zusatzausbildung haben.

Sollte eine Essstörung auf jeden Fall behandelt werden?

Ja, auf jeden Fall. Eine Essstörung wie die Magersucht oder die Bulimie
ist eine gesundheitsgefährdende psychische Erkrankung. Sie kann auf
Dauer sogar lebensbedrohlich sein. Ohne professionelle Hilfe finden die
Betroffenen keinen Ausweg aus der Krankheit. Deshalb sind eine psychotherapeutische
Behandlung und weitere begleitende medizinische
Maßnahmen auf jeden Fall notwendig.
Eltern und Angehörige können die Betroffenen unmöglich ohne professionelle
Unterstützung heilen.
Kann auch außerhalb der eigenen Stadt oder dem eigenen Bundesland
eine stationäre Therapie gemacht werden?


Grundsätzlich ist das möglich. Für einige Patientinnen und Patienten
kann es besonders hilfreich sein, die Therapie außerhalb des täglichen
Lebensumfelds zu machen.
Allgemein ist es sinnvoll, psychosomatische Einrichtungen aufzusuchen.
Das sind Einrichtungen, in denen besonders auf den Zusammenhang
zwischen seelisch-geistigen und körperlichen Beschwerden geachtet
wird.

Welche stationäre Einrichtung kommt für die Behandlung von Essstörungen
in Frage?


Es ist sinnvoll, eine psychosomatische Klinik aufzusuchen. Dort wird
gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein Verständnis für die
Entwicklung der Essstörung in der individuellen Lebensgeschichte erarbeitet.
Zudem wird die Bedeutung der Essstörung für das seelische
Gleichgewicht wie auch die Gefühlsregulation der Betroffenen transparent
gemacht. Denn, das ist klar: jeder Betroffene hat eigene Beweggründe,
warum man in der Essstörung lange Zeit einen „Halt“ gefunden
hat – auch, wenn dieser Halt viele gesundheitliche, seelische und soziale
Folgeprobleme mit sich bringt.

Wie arbeiten Psychosomatische Kliniken?

Psychosomatische Kliniken haben unterschiedliche Therapiemethoden
im Angebot, um mit den Patientinnen und Patienten einen Weg aus der
Essstörung herauszufinden und sie für ein „Leben ohne Essstörung“ zu
stärken.
Die Behandlung ist einerseits „somatisch“, d.h. auf die Stabilisierung des
körperlichen Zustands ausgerichtet. Dabei werden ernährungsmedizinische
und internistische Therapie mit einbezogen. Andererseits ist die
Behandlung auf die „Psychische Stabilisierung“ orientiert. Hier werden
unterschiedliche Psychotherapiemethoden angewandt: verbale Verfahren
(wie z.B. Tiefenpsychologie oder Verhaltenstherapie) und kreative
Verfahren, körperorientierte Psychotherapie und Entspannungsmethoden.

Wo finde ich die nächste psychosomatische Einrichtung?

In der Regel hat jede Universitätsklinik in Deutschland eine psychosomatische
Klinik und Poliklinik. In deren Ambulanz erhalten Patientinnen und
Patienten eine ausführliche Diagnostik und individuelle Beratung über
stationäre Behandlungsangebote für die Behandlung von Essstörungen.
Ihre Ärztin oder Ihre Arzt kann Ihnen ebenfalls Auskunft über psychosomatische
Kliniken geben.

Kann eine Ärztin oder ein Arzt eine Patientin oder einen Patienten
gegen ihren bzw. seinen Willen in eine Klinik einweisen, wenn sie
oder er magersüchtig ist?


Ärztinnen und Ärzte können einen Betroffenen einweisen, wenn z.B.
akute Lebensgefahr besteht oder schwere gesundheitliche Schäden
drohen.
Wenn Eltern ihr minderjähriges Kind gegen dessen Willen einweisen
wollen, müssen sie einen Antrag beim Familiengericht stellen. Zusätzlich
benötigen sie eine ärztliche Stellungnahme dazu, wie gefährlich der Zustand
ist. Dies ist eine gesetzliche Vorraussetzung nach § 1631 B des
Bürgerlichen Gesetzbuchs.
In vielen Fällen lohnt sich ein Vorgespräch mit dem Jugendlichen in der
Klinik. Es kann vermeiden, dass der oder die Betroffene gegen den eigenen
Willen ins Krankenhaus muss.

Kann ich mir selber eine Klinik aussuchen?

Grundsätzlich Ja. Krankenkassen und Rentenversicherungsträger arbeiten
jedoch häufig mit bestimmten Kliniken zusammen und bevorzugen
diese. Bei der Entscheidung spielt auch die Empfehlung der Ärztin oder
des Arztes sowie der Therapeutin oder des Therapeuten eine Rolle.
Bei Privatkliniken steht Ihnen die Wahl frei, wenn Sie die Kosten selber
übernehmen. Gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin sollten Sie im Antragsschreiben
möglichst gut begründen, warum die Wunschklinik genau
zu Ihnen passt. Die Klinken entscheiden selbst, ob die oder der Betroffene
ausreichend motiviert ist und in die Klinik passt.

Wann besteht eine akute Gesundheitsgefahr?

Eine akute Gesundheitsgefahr besteht unter anderem bei
• gleichzeitiger Drogen- Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit,
• einem rapidem Abfall des Gewichtes in einen lebensbedrohlichen
Bereich,
• akuten körperlichen Folgeerscheinungen wie beispielsweise
schwere Herz- Kreislaufstörungen,
• schweren Depressionen und Psychosen sowie
• Selbstmordgefahr.

Wer berät mich bei der Auswahl einer Klinik?

Geeignete Klinken empfehlen neben Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen
und Psychotherapeuten auch die Krankenkassen und
Beratungsstellen für Essstörungen.

Wie finde ich heraus, welche Behandlungsmethode Therapieeinrichtungen
bzw. Psychologinnen oder Psychologen vertreten?


Erste Informationen über spezialisierte Kliniken erhalten Sie über
• Hausärztinnen oder Hausärzte,
• Kinder- und Jugendärztinnen oder Kinder- und Jugendärzte,
• Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -
psychotherapie
• Therapeutinnen und Therapeuten,
• Beratungsstellen für Essstörungen,
• Krankenkassen oder
• Internetseiten der Kliniken.
• Ausführliche Informationen bekommen Sie telefonisch oder bei einem
Beratungsgespräch vor Ort.
Niedergelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten informieren
im Internet über ihre jeweilige Therapierichtung.
Darüber hinaus genehmigen die gesetzlichen Krankenkassen bis zu fünf
Probesitzungen. Diese werden auf Krankenschein abgerechnet. Die
Probesitzungen sollen klären, ob eine Psychotherapie überhaupt sinnvoll
ist und ob die Patientin bzw. der Patient und die Therapeutin bzw. der
Therapeut zueinander passen.
Bei niedergelassenen Therapeutinnen und Therapeuten müssen Sie
mitunter mit langen Wartezeiten rechnen.
Beratungsstellen mit ambulanten Angeboten informieren per Telefon, im
Beratungsgespräch oder bei Informationsveranstaltungen über ihr Therapieangebot.
Auch hier sind Probesitzungen möglich.
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